Internet-Freiheit untergraben
In Ägypten und im Iran zeigten die Volksbewegungen, dass das Internet durchaus in der Lage ist, Mächtige zu stürzen. Und so wird es zu einer Bedrohung für die Machthabenden, wie der Südkurier heute berichtet. Nun warnt die US-Nichtregierungsorganisation Freedom House vor umgehenden Zensoren.
Zensuren, Sperren, Verhaftungen
In China sind viele Webseiten schlicht nicht mehr erreichbar. Doch auch demokratische Länder wie Brasilien, Indien, Indonesien, Südkorea und die Türkei können sich nicht mit Internet-Freiheit brüsten. Sie wird durch rechtliche Bedrohungen, undurchsichtige Zensur und zunehmender Überwachung untergraben. Nach Angaben der Organisation werden oppositionelle Webseiten verstärkt von autoritären Regimen blockiert. Sie zwingen Internet-Anbieter politisch kontroverse Inhalte zu entfernen. Sie nehmen Blogger fest. Sie nehmen einfache Nutzer fest. Internetportale, die der Kommunikation dienen könnten, sind gesperrt.
Im Tal der Ahnungslosen
In zwölf der 37 untersuchten Staaten sind Youtube, Facebook und Twitter zeitweise oder dauerhaft gesperrt. Die Internet-Nutzer sitzen in 23 Ländern im Gefängnis. Sie haben kritische Texte ins Internet gestellt. Laut Freedom House herrscht hier Willkür und Intransparenz. Angeblich schrecken autoritäre Regime nicht einmal vor Cyberattacken gegen politische Gegner zurück. Auf der Rangliste der geringsten Internet-Einschränkungen hat sich Estland erwiesen. Danach kommt die USA. Erst an dritter Stelle kommt Deutschland. Die härtesten Einschnitte gibt es im Iran, in Birma, Kuba und in China.
