Yahoo speichert Daten wie Google
In Sachen Nutzerdaten-Speicherung folgt der Suchmaschinen-Anbieter Yahoo ab dem 1.Juli 2011 dem Beispiel von Google: Die Suchanfragen werden anderthalb Jahre lang gespeichert. Bisher blieben die Daten nur 90 Tage in der Datenbank. Wie die „Welt“ gestern berichtete, sind laut einer Unternehmenssprecherin „alle Märkte weltweit“ von der Umstellung betroffen.
Dramatische Veränderungen
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Betroffen sind nun hiesige Internetnutzer und jeder, der über Yahoo E-Mails versendete. Im Unternehmensblog notierte die für den Datenschutz zuständige Managerin Anne Tothm, dass das Unternehmen mit diesem Schritt „dem Bedarf unserer Nutzer nach Personalisierung und Relevanz der Treffer entgegenkommen“ wolle. Denn im vergangenen Jahr hätten sich die Art der Internetnutzung und die gewünschten Angebote „dramatisch“ verändert.
Die Anforderungen von Yahoo an die Angebote seien somit andere als zuvor. Und so folgt Yahoo eben der Datenpolitik von Google. Dessen Sprecherin, Lena Wagner hat bestätigt, dann der Marktführer der Suchmaschinen die sogenannten „Logfiles“ schon jetzt für 18 Monate aufbewahrt. „Wir müssen die Daten unserer Nutzer schützen, die Sicherheit unserer Systeme gewährleisten und gleichzeitig Raum für Innovationen bieten“, erklärte sie. Außerdem sei es gleichzeitig bei Google Standard, dass IP-Adressen nach neun Monaten gekürzt werden. Wagner nannte dies „ein gutes Maß“ mit Blick auf den Ausgleich der Interessen zwischen Google und seinen Nutzern.
Ob auch Yahoo vor hat, die IP-Adressen bereits deutlich vor der Löschung zu kürzen und somit für Anonymität sorgen, ist nicht bekannt.
Search Direct und Instant Search
Yahoo galt in der Vergangenheit immer als ein angenehm zurückhaltendes Unternehmen, was die Aufbewahrung der Daten angeht. Bei einer weltweiten Datenschutz-Umfrage, dem Edelman Trust Barometer, lag Yahoo „volle 13 Prozent vor dem nächsten Wettbewerber“ so die Sprecherin. Nun sollen die Nutzer bessere Suchergebnisse bekommen. Der Konzern plant, seine Suche mit der Funktion „Search Direct“ zu erweitern. Die Suchmaschine kann so schon Vorschläge auflisten, bevor der Nutzer fertig getippt hat.
Auch Google startete seine entsprechende Erweiterung bereits unter dem Namen „Instant Search“. Doch die Nutzer haben laut Toth selbst die Möglichkeit zu entscheiden, welche Daten letztlich gespeichert werden sollen. Die Sprecherin betonte: „Datenschutz war schon immer ein Grundwert dieses Unternehmens“.
Bevor die Umstellung erfolgt, will Yahoo seine Nutzer mit deutlichen Hinweisen über die Umstellung informieren.

