Deutsche Telekom sieht Wohnungswirtschaft als Wachstumssegment
In einem Gespräch mit der „Financial Times Deutschland“, das in dieser Woche veröffentlicht wurde, bestätigte Thomas Berlemann, der Telekom-Vertriebschef Deutschland, die Bemühungen seines Unternehmens, stärker als bisher die Zusammenarbeit mit den Wohnungsgesellschaften suchen zu wollen.

Thomas Berlemann, Quelle: telekom.de
Dabei gehe es auch darum, die bisherige Vorherrschaft der drei großen und zahlreicher kleinerer Kabelnetzbetreiber auf diesem lukrativen Gebiet zumindest einzuschränken.
Die langjährigen Verträge zwischen den Kabelbetreibern und den Wohnungsgesellschaften sicherte ersteren die Versorgung der Mieter mit TV-Signalen zu meist für beide Partner sehr günstigen Kostenbedingungen.
Berlemann bestätigte, dass die Telekom nun ein spezielles Angebot entwickelt habe, bei dem die Mieter in ihren Wohnungen das TV-Signal künftig aus der Kabelnetzsteckdose empfangen können und nicht mehr über das bisher genutzte Telefonkabel. Damit werde den Nutzern auch ein günstigerer Zugang zu Entertain-Paketen ermöglicht.
Obwohl die von den Wohnungsgesellschaften versorgten Mieter einen relativ geringen Monatsbeitrag für die gebotenen Leistungen entrichten müssten, lohne sich das Geschäft wegen der in der Regel langen Laufzeiten von fünf oder mehr Jahren, der zu erwartenden hohen Kundenzahl und der Möglichkeit des gleichzeitigen Verkaufs von Zusatzleistungen wie Telefonie oder Internetzugang .
Immerhin umfasse der Branchenverband der Wohnungsgesellschaften annähernd sechs Millionen Mietwohnungen, wogegen die gegenwärtige Zahl von Entertain-Verträgen der Telekom nur 1,2 Millionen betrage.
Die Deutsche Telekom werde mit der auf der Grundlage des neuen Angebots gestarteten Aktion versuchen, vor allem bei neuen Wohnanlagen oder nach auslaufenden Verträgen den Verdrängungswettbewerb mit den bisher dieses Marktsegment beherrschenden Kabelanbietern zu aktivieren.

