Netzbetreiber diskutieren Breitbandausbau
Im Rahmen der derzeit stattfindenden Anga Cable Messe in Köln gab es heute eine Diskussionsveranstaltung über die Breitbandtechnologien Kabel, Glasfaser und LTE.
Dabei stellte der CEO von Unitymedia die Frage in den Raum, ob die Verbraucher überhaupt schon bereit seien für die neuen Bandbreiten bis zu 100 MBit/s. Umfragen des Netzbetreibers Unitymedia hatten ergeben, dass die Nutzer in der Regel für höhere Geschwindigkeiten nicht mehr zahlen wollen.
Verlockende Angebote für die Kunden
Auch der Präsident des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, Gerd Eickers, war der gleichen Meinung. Es gehe nicht darum, schnellere Geschwindigkeiten zu bieten sondern dem Kunden ein ganz neues Spektrum zu eröffnen, wie beispielsweise HD-Fernsehen in einzigartiger Qualität. Solche Angebote könnten die Kunden locken, auch mehr zu zahlen.
Eine „Killer-Applikation“ die jeder will, gibt es noch nicht
Grundsätzlich war man sich darüber einig, dass dem Kunden etwas geboten werden muss, damit dieser das neue schnelle Internet auch wirklich haben möchte. Doch eine entsprechende Motivations-Applikation, die dem Kunden das neue Meganetz schmackhaft machen soll, gibt es bisher nicht. Die Frage für die Netzbetreiber lautet nun, wartet man auf die Entwicklung der Applikation und baut dann erst aus, oder forciert man den Ausbau und somit die Entwicklung einer solchen „Killer-Appliaktion?“
Auch beim Ausbau der Breitbandnetze im ländlichen Raum zog man ein einstimmiges Fazit: Das Geschäft ist extrem risikobehaftet, da hier mit einem großen finanziellen Einsatz nur eine recht kleine Kundenzahl bedient wird. Trotzdem arbeiten die Betreiber aufgrund der Vorgaben der Bundesnetzagentur daran, die „weißen Flecken“ ohne schnelles Internet von der Landkarte zu tilgen.
Diskutiert wurde auch die Frage, wer denn letztlich diese neuen Services finanziert. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur betonte, dass er sich vorstellen könne, „Anbieter wie Google oder Apple, die einen hohen Traffic verursachen, mit in die Pflicht zu nehmen, und sie am Netzausbau zu beteiligen.“
