Verhindern die deutschen Verbraucher den Glasfaserausbau?
Glaubt man dem aktuellen Deloitte-Report über die Zukunft der Glasfaseranschlüsse, dann sind es vor allem die Verbraucher, die die für den Glasfaserausbau erforderlichen Investitionen der Betreiber verhindern oder zumindest stark bremsen.
Glasfaseranschlüsse sind in Deutschland wenig verbreitet und gefragt
Aus dem Report von Deloitte, dem renommierten Unternehmen für Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung geht hervor, dass bisher in Deutschland nur etwa 150.000 Kunden FTTH- beziehungsweise FTTB-Glasfaseranschlüsse nutzen.
Obwohl zukunftsweisende Technologien wie Videoanwendungen und Cloud-Services höhere Bandbreiten geradezu herausfordern, wollten die Anwender in Deutschland hierfür nicht mehr bezahlen. Lediglich etwa ein Viertel der Verbraucher sei bereit, die aus der Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen resultierenden Mehrkosten zu tragen.
Die Mehrzahl der Verbraucher sehe in VDSL und dem Kabelnetzstandard Docsis 3.0 die effektivere, kostensparende Alternative zu den teuren Glasfaseranschlüssen.
Glasfaserausbau ist teuer
Deloitte kommt jedoch auch zu der Einschätzung, dass die Errichtung von Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetzen mittelfristig unumgänglich bleibt. Um die beträchtlichen Investitionssummen der Betreiber, die für diesen Ausbau erforderlich sind, zu minimieren, müsse die Wirtschaftlichkeit des Netzausbaus verbessert werden. So würde ein Glasfaseranschluss in dünn besiedelten Regionen Kosten von bis zu 3.300 Euro verursachen. Dafür könnten verschiedene Kooperationsformen beim erforderlichen Infrastrukturaufbau genutzt werden, die beispielsweise mit Stromversorgern denkbar seien. Besonders die Errichtung intelligenter Stromnetze für die Telekommunikationsanbieter scheine hierfür geeignet.
Andererseits werde aber auch die Bereitschaft der Verbraucher wachsen müssen, für moderne Glasfaseranschlüsse auch tiefer in die Tasche greifen zu wollen. Bleibt allein die Frage, wie viele das auch können.
