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Street View in der Schweiz vor dem Aus?

Vor einem Monat hat das Bundesverwaltungsgericht in der Schweiz den Internetkonzern Google dazu verdonnert, sämtliche bei dem Dienst Street View angezeigten Gesichter und Kontrollschilder zu verpixeln. Wie nun aus einer Pressemitteilung von Google hervorgeht, plant der Konzern eine Beschwerde beim Bundesgericht. Sollte der Internetriese vor Gericht scheitern, könnte dies eine komplette Abschaltung von Street View für die Schweiz zur Folge haben.

Keine 100-prozentige Verwischung möglich

Grund des Streites ist, dass das Bundesverwaltungsgericht eine 100-prozentige Unkenntlichmachung gefordert hat. Außerdem müssen Personen, die vor Einrichtungen wie Gefängnissen, Krankenhäusern oder Frauenhäusern versehentlich mit fotografiert wurden, komplett unkenntlich gemacht werden. Das heißt, es reicht nicht aus, die Gesichter zu verpixeln, auch Kleidung und andere persönliche Merkmale müssen von Google unkenntlich gemacht werden. Die automatische Software von Google, die für die Unkenntlichmachung zuständig ist, gewährleistet eine Trefferquote von rund 98 bis 99 Prozent. Üblicherweise werden dann weitere Treffer gemeldet und Google nimmt die Anonymisierung manuell vor.

Street View wichtig für Schweizer Wirtschaft

Google betont, dass die geforderten Änderungen des Bundesverwaltungsgerichts so nicht durchzuführen seien. Wie der Schweizer Google-Chef Patrick Warnking betont, sei „die Forderung nach einer 100-prozentigen Verwischung aufgrund praktischer und technologischer Hindernisse unrealistisch.“ Laut Warnking “ verfolge Google mit der Anrufung des Bundesgerichts aber keinesfalls wirtschaftliche Interessen sondern es gehe um die Innovation und den Fortschritt in der Schweiz. So würde Street View bereits von 50 Prozent der Schweizer genutzt und sei gerade im Bereich des Tourismus und der Gastronomie von großer Bedeutung.“