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Kein DSL mehr von Vodafone

Privatkunden des zweitgrößten Telekommunikations-Konzerns in Deutschland sollen fast nur noch mit Mobilfunk bedient werden. Laut einem Bericht von ‚RP ONLINE‘ vollzieht Vodafone damit einen strategischen Schwenk zurück zu seinen Wurzeln. Technisch gesehen bleiben Festnetzleitungen allerdings weiterhin wichtig für das Düsseldorfer Unternehmen.

Übernahme von Arcor trotzdem ruhmreich

In spätestens drei Jahren will Vodafone seinen 3,5 Millionen Kunden auf breiter Front anbieten, sich in die schnellen Internetzugänge nur noch mit einem Mobilfunkmodem in das Internet einzuwählen. Fritz Joussen, Vorsitzender der Geschäftsführung, zeigte sich bei einem Journalistengespräch euphorisch den neuen Möglichkeiten der neuen Mobilfunktechnik LTE gegenüber: „Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu einem Gigabyte werden auf Dauer erreichbar sein. Mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde können wir schon früh höheres Tempo als mit vielen DSL-Anschlüssen anbieten.“ Diese Strategie führt Vodafone zurück zu seinem Ursprung, dem reinen Mobilfunkkonzern D2.

Die Übernahme von Arcor vor drei Jahren wird dennoch nicht als Fehler angesehen. Denn nur mit einem bundesweiten Glasfasernetz lassen sich die Datenmengen für LTE in alle Vororte transportieren. Und Vodafone hat dieses Netz von Arcor übernommen. Außerdem sorgte die Übernahme von Arcor für einen Kundenzuwachs von mehr als 2,5 Millionen Kunden. Zu guter Letzt dient das Firmenkundengeschäft von Arcor heute als Basis für das florierende Geschäft mit Tausenden von Unternehmen. Jan Geldmacher ist Leiter der Großkundensparte von Vodafone und sorgte für eine Reihe von Aufträgen: Alle Telefon- und Onlineanschlüsse von Bayern laufen über Vodafone. Auch mit einem Drittel der Day-Konzerne schloss der Konzern ähnliche Verträge ab. „Die wollen internationale Betreuung, und die können wir mit der globalen Vodafone-Präsenz und unseren Schwesterunternehmen liefern“, so Joussen und Geldmacher.

Gründe

Die Abkehr vom DSL-Angebot für Privatkunden basiert auf wirtschaftlichen und technischen Gründen. Denn um einen Kunden mit DSL versorgen zu können, muss der Konzern monatlich knapp z10 Euro an die Telekom für die Miete der Kupferleitungen zahlen. Der DSL-Vertrag bringt bei den meisten Kunden aber gerade mal 30 Euro im Monat ein. Mit LTE muss Vodafone nichts mehr an die Telekom zahlen. Gleichzeitig glaubt Joussen, dass Privatkunden die immer besseren mobilen Zugänge ohnehin interessanter finden als DSL. Er sagte: „Die Menschen sind mehr unterwegs, da sind UMTS und LTE hervorragende Technologien, um online zu bleiben.“ Konzernkenner vermuten aber auch, dass die Londoner Zentrale mit den isolierten Festnetzaktivitäten in Deutschland ohnehin nie viel anfangen konnte, da Vodafone global als reiner Mobilfunker bekannt ist.