Telekom ohne glaubwürdiges Klimabewusstsein
Die Deutsche Telekom will die Umwelt mit verschiedenen kreativen Ideen schützen: Handys recyceln, Anrufbeantworter abschaffen, Baumpate werden. Jeder kann seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so das Motto. Alle – bis auf die Vorstände des Unternehmens, wie ‚Der Tagesspiegel‘ berichtete. In einer Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zum Spritverbrauch deutscher Firmenwagen hat die Telekom nicht besonders gut abgeschnitten.
Chef-Limousinen machen Pluspunkte wett
„Verantwortung leben, nachhaltig handeln“, so heißt der Slogan der aktuellen Kampagne von der Deutschen Telekom,, der Unternehmen im Internet zu mehr Umweltbewusstsein und Mitmachaktionen aufruft. Dabei packte sich die Telekom auch an die eigene Nase und lies sich von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in einer am Montag veröffentlichten Studie zum Spritverbrauch deutscher Formenwagen erkennbare Bemühungen um eine Emissionsreduktion attestieren. Allerdings zerstört ausgerechnet der Kopf des Unternehmens das Ergebnis: Die Pluspunkte der mustergültigen Gesamt-Firmenflotte wird durch die Umweltsünder des Vorstandes geschwärzt. Die Limousinen emittieren pro Kilometer 231 Gramm CO2. Damit übersteigen sie den aktuellen Zielwert der EU von 140 Gramm um 65 Prozent. Die Spitzenmanager der Deutschen Telekom sind laut Untersuchungen der DUH allerdings kein Einzelfall in der deutschen Wirtschaft. Die „grüne Karte für glaubwürdiges Klimabewusstsein“ konnte nur an vier Firmen verliehen werden.
Nicht ausreichende Anstrengungen bei der Telekom
Die Deutsche Umwelthilfe hat die grüne Karte für glaubwürdiges Klimabewusstsein an die Phoenix Solar AG, den Vacuumpumpenanbieter Pfeiffer, den Sportartikelhersteller Puma und die Deutsche Bahn AG. Dies läge allerdings nicht am übermäßigen Bahnfahren – „die Anzahl der Dienstautos hatte keine Auswirkungen auf das Gesamtergebnis“, wie die DUH erläuterte. Wie die Telekom erhielten neun weitere Unternehmen die gelbe Karte für nicht ausreichende Anstrengungen. Alle übrigen 140 Unternehmen mussten die rote Karte hinnehmen. Insgesamt wurden in den vergangenen drei Monaten 153 Unternehmen zu ihren Klimaschutzstrategien, Dienstwagenmodellen und deren Kraftstoffverbrauch befragt. Die Bewertung „ungenügend“ erhielten die meisten Unternehmen aufgrund intransparenter Auskünfte.
