Offenes Glasfasernetz – Modell der Zukunft oder Sonderfall?
Bisher erfolgte der Ausbau des FTTH-Glasfasernetzes im Regelfall durch den Telekommunikationsanbieter, der in eigener Regie über dieses Netz seine Angebote vermarktete. Jetzt haben vier Unternehmen ihr Vorhaben bekannt gegeben, im Ortsteil Gropiusstadt des Berliner Stadtteils Neukölln ein so genanntes Open-Access-Glasfasernetzwerk zu installieren, das für rund 4.000 Haushalte den Zugang zum superschnellen Internet ermöglichen wird.
Bei den vier Unternehmen handelt es sich neben dem Wohnungsbauunternehmen Degewo um Netcom, die Netzwerksparte von Vattenfall Europe, den Netzwerkbetreiber QSC sowie den Netzwerkausrüster Ericsson aus Schweden.
Diese vier Unternehmen wollen in einer branchenübergreifenden Zusammenarbeit ein Fibre-To-The-Home-Netzwerk schaffen, das nach seiner Fertigstellung den verschiedensten Telekommunikationsunternehmen zur Nutzung offen steht. Deren Zugriff auf die Glasfaseranschlüsse wird vom Geschäftskundenanbieter QSC organisiert und koordiniert, während Ericsson die erforderliche Hardware liefert und Netcom als Projekt-Initiator mitarbeitet.
Vorgesehen ist, mehrere Produkte mit unterschiedlichen Datenraten zuzulassen, die bis zu 100 MBit/s erreichen können. Am 5. September 2011 wollen die vier Partnerunternehmen weitere Einzelheiten zu dem geplanten Projekt bekannt geben.
Sicher wird es aufschlussreich sein zu verfolgen, welchen Zuspruch ein derartig angebotenes Modell sowohl von Seiten der künftigen Betreiber als auch von den Endkunden erfahren wird. Als Maßstab wird dabei sicher die unbefriedigende bisherige Nutzungsrate von nur 25 Prozent von den bisher angebotenen rund 600.000, überwiegend von der Telekom realisierten FTTH-Anschlüssen gelten.
