Telekom hat Bedenken gegen Übernahme von Kabel BW
Einem aktuellen Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge gibt es bei den Wettbewerbern erhebliche Bedenken hinsichtlich einer Übernahme des Kabelnetzbetreibers Baden-Württemberg durch Liberty Media, der Muttergesellschaft von Unitymedia. Die Zeitung berichtet, dass die Wettbewerber bei einer Anhörung durch das Bundeskartellamt erhebliche Bedenken geäußert hätten.
Kampf um Wohnungsbaugesellschaften
Nach Ansicht der Deutschen Telekom, sind die von Liberty Media gemachten Zugeständnisse nicht ausreichend um für mehr Wettbewerb zu sorgen. Die Telekom geht sogar davon aus, dass die von Liberty Media gemachten Zusagen den Wettbewerb erschweren würden. Besonders im Kampf um die Verträge mit großen Wohnungsbaugesellschaften sieht die Deutsche Telekom Problem. Bei den großen Wohnungsgesellschaften ist es üblich, die Kunden bis zu zehn Jahre an einen Kabelnetzbetreiber zu binden. Bereits jetzt wird dieser Markt weitgehend von den drei großen Kabelnetzbetreibern beherrscht. In diesen Bereichen ist es dann für die Telekom unmöglich ihr eigenes TV-Programm Entertain an den Mann zu bringen. Eine Fusion von Kabel BW und Unitymedia würde die Marktsituation nach Meinung der Telekom nur weiter festigen. Die „Wirtschaftswoche“ berichtet, dass die Telekom aufgrund der langen Bindungsfristen in den Verträgen für eine Neuausschreibung der bereits bestehenden Verträge votierte.
Zugeständnisse nicht ausreichend
Auch der VATM, der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, äußerte Bedenken hinsichtlich des geplanten Zusammenschlusses. Die Zugeständnisse sind nach Ansicht des VATM nicht ausreichend, um die Wettbewerbsbedenken aus dem Weg zu räumen.
Unitymedia hatte angekündigt, digitale Kanäle in Zukunft auch unverschlüsselt zu übertragen. So sollte anderen Anbietern die Möglichkeit eingeräumt werden, die Signale zu nutzen.
Medienberichten zufolge ist noch vor Weihnachten mit einer Entscheidung bezüglich des Zusammenschlusses der beiden Kabelnetzbetreiber zu rechnen.
