SOPA und PIPA rufen Proteste hervor
Zwei Gesetzentwürfe in den USA, die ein schärferes Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen auch im Ausland fordern, sorgen derzeit für einen breiten Protest in großen Bereichen der Internetgemeinde.
Freies und offenes Web scheint gefährdet
Bereits seit Ende Oktober 2011 liegt dem US-amerikanischen Repräsentantenhaus die Gesetzesinitiative SOPA (Stop Online Piracy Act) vor, die vorsieht, mit Netzsperren gegen die Anbieter von Raubkopien im Internet vorzugehen. Danach sollen Internet-Provider durch gerichtliche Anordnungen gezwungen werden können, den Zugang zu ausländischen Webseiten die Raubkopien anbieten, zu unterbinden.
Auch im Senat der USA wurde mit PIPA (Protect IP Act) ein ähnlicher Gesetzentwurf eingebracht, der ebenfalls Maßnahmen gegen den Diebstahl geistigen Eigentums vorsieht. Auch sie sollen die Web-Anbieter im Ausland mit einbeziehen.
Abschaltung der englischsprachigen Ausgabe von Wikipedia
Am Mittwoch, den 18. Januar bleibt an früh 6.00 Uhr das englischsprachige Wikipedia für 24 Stunden abgeschaltet. Ein Aufruf dieser Webseite wird dann lediglich eine Protestnote gegen diese zwei Gesetzesentwürfe zeigen.
Nicht davon betroffen ist das deutschsprachige Wikipedia, das wahrscheinlich lediglich eine Solidaritätsbekundung mit der Aktion zum Ausdruck bringen wird.
Die Entscheidung zur Abschaltung der englischen Ausgabe von Wikipedia für einen Tag wird von über 1.800 Wikipedia-Autoren mitgetragen, die diese Initiative im Vorfeld begrüßt hatten.
Obwohl die Abschaltung des Internet-Dienstes nicht von allen Seiten Zustimmung erhält, ist sich die Internetgemeinde weitestgehend darin einig, dass SOPA und PIPA zu einem nicht zu akzeptierenden Eingriff in das freie und offene Netz führen würden.
