Strategiewechsel bei Telefónica
Eine gewisse Sättigung der Märkte in den Industrieländern betreffs Internet- und Telefondienste hat die Führungsetage des spanischen Telefónica-Konzerns in der vergangenen Woche veranlasst, eine veränderte Strategie für ihr weiteres Wachsen anzukündigen.
Sieben weitere Wachstumsfelder

Telefonica Zentrale, Quelle: telefonica.de
Ohne die bisher fast ausschließlich bedienten Gebiete von Internet und Telefonie zu vernachlässigen, plant Telefónica sein Kerngeschäft um sieben Wachstumsfelder zu erweitern, zu denen unter anderem das Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, und Sicherheit gehören werden.
Im Laufe der nächsten drei Jahre soll jedes der sieben Felder einen speziellen Marktbereich besetzen, was zu einem weiteren Wachstum von Umsatz und Gewinn führen soll.
Um dies mit Erfolg zu realisieren, hat der Konzern bereits neue Geschäftsstrukturen geschaffen.
Telefónica Europa-Chef Key führte als Beispiel die durch den zunehmenden Einsatz von SIM-Karten gleichzeitig ansteigende automatisierte Kommunikation zwischen zwei Maschinen an, wodurch das Übermitteln von Blutzuckermesswerten über den Mobilfunk sinnvoll wird. Weiterhin werde das als Cloud Computing bekannte, an den Bedarf angepasste zur Verfügung stellen von IT-Infrastrukturen über Netzwerke weitere Betätigungsfelder öffnen.
Rigoroser Stellenabbau am Heimatmarkt
Fast parallel zur Verkündigung der veränderten Wachstumsstrategie verkündete der Chef der spanischen Telefónica den Abbau von etwa 6.000 Arbeitsplätzen in der Festnetztelefonie im Verlauf der kommenden drei Jahre. Zahlreiche Führungskräfte auf mittlerer Ebene wurden bereits entlassen. Eine Ursache hierfür ist sicher der Umsatzrückgang auf dem Heimatmarkt im vergangenen Jahr um über vier Prozent.
Dem gegenüber steht die Absicht, die verbleibenden Führungskräfte über ein Prämienprogramm in den kommenden Jahren besser zu stimulieren, indem sie Aktienoptionen im Gesamtwert von circa 450 Millionen Euro erhalten sollen.
Abzuwarten bleibt, wie die Aktionäre des Unternehmens diese Maßnahmen beurteilen werden, die darüber auf einer Hauptversammlung in Kürze beraten werden.

