Deutsche und France Telekom verbünden sich
Die Zusammenarbeit der Deutschen Telekom mit ihrem französischen Mitbewerber France Telecom-Orange soll ausgebaut werden. Das berichtete die Financial Times am heutigen Montag. Die beiden Konzerne wollen künftig gemeinsam einkaufen und haben vor, so einen Milliardenbetrag einzusparen, wie sie in Bonn und Paris mitteilten.

France Telecom Group /
Jordan Telecom Group
Quelle: orange.com
Das Gemeinschaftsunternehmen soll im vierten Quartal an den Start gehen und die Beschaffung von Endgeräten Netzausrüstung, Service-Plattformen und Computersystemen übernehmen. Drei Jahre nach betriebsbeginn sollen die Einsparungen bei 1,3 Milliarden Euro liegen.
Nur ein Gewinner beim Gemeinschaftsprojekt?
Am Montag reagierten die Aktien der Großkonzerne mit Kursgewinn auf die Nachrichten. Zu Handelsbeginn stiegen die Papiere der Deutschen Telekom auf einen Wert von 11,305 Euro und stiegen somit um 0,40 Prozent. Bei der France Telekom kletterten die Werte sogar um 0,58 Prozent auf 15,735 Euro. Die Werte entwickelten sich somit besser als der Gesamtmarkt.
Die Franzosen scheinen aber auch in anderen Bereichen etwas mehr zu profitieren. Mit annähernd 900 Millionen Euro soll beispielsweise der Großteil der Einsparungen an den französischen Konzern gehen. Der deutsche Vorteil wird nur bei 400 Millionen liegen. Allerdings sollen beide Unternehmen zur je der Hälfte beteiligt sein. Für das gemeinsame Unternehmen sollen in Bonn und Paris auch Büros eröffnet werden, die mit Mitarbeitern beider Konzerne besetzt werden.
Vorteile für Lieferanten
„Von den Betreibern wir erwartet, mehr als je zuvor in Netzwerke und Infrastruktur zu investieren“, erklärte der Technologie Chef Edward Kozel von der Deutschen Telekom. Bei der Vereinheitlichung der Technik verfolge France Telecom-Orange den gleichen Ansatz wie in Bonn. Während sich die Einkaufsmacht stärkt, sieht die Telekom aber auch Vorteile auf die Lieferanten zukommen. Sie könnten von der Harmonisierung der Technik und der Leistungsmerkmale profitieren.
In den kommenden Wochen wollen Franzosen und Deutsche endgültig den Vertrag unterzeichnen. Den Angaben zufolge sind die Gespräche mit den Gewerkschaften und Sozialpartnern bereits im Gange. Die Kartellbehörden müssen den Plänen allerdings noch zustimmen.

