TomTom verkauft GPS-Daten in Australien
Nachdem Datenschützer aus aller Welt sich noch vergangene Woche über die Speicherung von Ortungsdaten bei Apple empört haben, kommt der nächste Aufreger daher. TomTom plant in Australien den Verkauf von GPS-Aufzeichnungsdaten an den Meistbietenden.
Niederländische Daten bereits verkauft
Vor einigen Tagen gab es in den Niederlanden große Aufregung darüber, dass TomTom GPS-Daten an die Polizei verkauft hatte. Mit diesen Daten können die Verkehrsüberwacher noch effektivere Maßnahmen zur Radarkontrolle einleiten. Die Geräte speichern anonym die Geschwindigkeiten und die zugehörigen Ortsangaben. So kann die Polizei ganz leicht ermitteln, wo überall zu schnell gefahren wurde. TomTom entschuldigte sich daraufhin in einem offenen Brief bei den Niederländern. Wie der Unternehmenschef Harold Goddijn betonte, sei man davon ausgegangen, dass die Daten nur benutzt würden um die Straßen sicherer zu machen. Gleichzeitig betonte Goddijn, die Daten würden anonym ausgelesen und übermittelt, das nachträgliche Ermitteln eines Rasers sei so nicht möglich. Außerdem sei es auch unmöglich, eine Zuordnung von gefahrenen Strecken und bestimmten TomTom-Usern zu treffen.
Verkauf an australische Behörden nicht ausgeschlossen
Nach Aussprache der Entschuldigung folgten gleich die nächsten Gespräche, dieses Mal mit der australischen Polizei. Wie die Australian Financial Review berichtet, verhandelt TomTom über den Verkauf der GPS-Daten australischer Kunden. Dabei ist auch ein Zuschlag für die australischen Behörden nicht ausgeschlossen.
Das niederländische Unternehmen TomTom hat aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Navigationssoftware auf Smartphones bereits mit einem Umsatzrückgang von rund 15 Prozent zu kämpfen. Die Hersteller der Verkehrssoftware suchen daher nach neuen lukrativen Lösungen um den Umsatz aufzubessern. Ob sie in dem Verkauf der Daten an die Polizei liegen, ist fraglich.
