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Datenschutz bei Bing Maps Streetside

Microsoft gab den Forderungen der Datenschützer nun, nach einem mehrere Wochen lang andauernden Streit um den geplanten Kartendienst „Bing Maps Streetside” , nach. Engegen den bisherigen Ankündigungen werden Mieter und Hausbesitzer die Möglichkeit haben, der Veröffentlichung der Fotos im Internet schon vorab zu wiedersprechen.

Häuser „rechtzeitig” unkenntlich machen

„Um der gesellschaftlichen Diskussion um Geodatendienste Rechnung zu tragen und Bürgern größere Mitwirkungsmöglichkeiten zu eröffnen”, räumt Microsoft die befristete Möglichkeit für Vorabwoederspruche ein, wie das Unternehmen am Donnerstag in München einräumte. Wer sein Haus in dem Straßenfotodienst unkenntlich gemacht haben will, hat von August bis September die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag einzureichen. Der US-Konzern will die Details „rechtzeitig” im Vorfeld an die Öffentlichkeit tragen. Die ersten Kamera Autos fahren bereits seit Ende Mai durch Deutschland und machen Aufnahmen für den neuen Panorama-Dienst. Microsoft will insgesamt mehr als 60 Städte und Regionen in ganz Deutschland abfahren, wobei 150.000 Streckenkilometer aufgenommen werden sollen. Bereits im Herbst diesen Jahres sollen die ersten 360-Grad-Ansichten als Teil von Microsofts Suchmaschine Bing im Internet zu sehen sein. Als erstes werden Straßenzüge und öffentliche Plätze in Bayern fotografiert. Die Tour beginnt in Nürnberg, und geht dann vorerst über Fürth und Erlangen, Ausburg und München, inklusive Umgebung. Verbraucherschützer kritisierten den Straßenbilderdienst von Microsoft bisher, da das Unternehmen den Mietern und Hausbesitzern ursprünglich erst nach der Veröffentlichung der Fotos die Möglichkeit geben wollte zu wiedersprechen. Das Material sollte erst einmal komplett auf die Seite gestellt werden – gewollt oder ungewollt. Dieses Konzept hat Microfoft damit Begründet, dass für einen Vorabwiederspruch erhebliche Datenmengen erhoben werden müssten.

Microsoft entscheidet nach Kodex der Bitkom

Bereits im Vergangenen Jahr fochten die Datenschützer einen derartigen Datenschutzkampf aus: Damals beim konkurrenzprodukt Google Street View. Auch der Großkonzern musste sich dem Zorn der Bürger, Datenschützer und Politiker beugen und den Nutzern vor Veröffentlichung der Bilder eine Wiederspruchsfrist einräumen. Ralph Hauptner, der Geschäftsführer von Microsoft Deutschland teilte nun mit: „Wir sind bereit, auf die Datenschützer zuzugehen”. Er betonte aber auch, dass eine generelle politische Regelung dringend notwendig sei. Microsoft berief sich stets auf den Kodex des Branchenverbandes Bitkom für den Umgang mit Geodaten – in ihm ist kein Vorabwiederspruch vorgesehen. Microsoft hat sich trotz strittiger Rechtslage für den Datenschutz entschieden. Unter anderen begrüßt auch Bundesverrbaucherschutzministerin Ilse Aigner (CDU) das Einlenken von Microsoft: „Wichtig für die Bürger ist, dass eine zuverlässige und unbürokraftische Widerspruchsmöglichkeit geschaffen wird”. Microsoft schließe sich mit seiner Ankündigung, der Widerspruchsfrist auf acht Wochen vor der Freischaltung des Dienstes festzusetzen „dem Standard an, den wir bei Google-Streetview im Sommer 2010 in intensiven Verhandlungen haben durchsetzen können”. Gemeinsam mit der Bitkom als Mitinitiator des Datenschutzkodex und dem Bundesinnenministerium will Microsoft nun weiter Gespräche zur Problemlösung führen.