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Landesbürgschaft für DSL-Versorgung?

In Nuthetal droht der Versuch der flächendeckenden, schnellen Internetanbindung zu scheitern. Die Bürgermeisterin Ute Hustig von den Linken gab am Dienstagabend bekannt, dass sich nach den Info-Veranstaltungen bislang nur 22 Interessenten und zwei Gewerbetreibende für das DSL-Angebot der Firma Complus anmeldeten. Das Interesse ist somit zu gering, wie die Märkische Allgemeine heute berichtete.

Fehlendes Interesse

Complus ist die Firma, die das Breitbandinternet über Funk nach Saarmund, Phillippsthal, Nodow, Fahlhorst und Tremsdort bringen will. Dafür braucht das Unternehmen aber deutlich mehr Interessenten. Denn sonst ist das DSL-Netz nicht wirtschaftlich. Normalerweise beginnt der Netzaufbau erst bei 280 Vorverträgen. Doch viele Bürger vergarren noch in der Abwartehaltung. Die Bürgermeisterin will das Projekt nun durch einen weiteren Anstoß retten: Durch eine Landesbürgschaft. Das Risiko von Complus soll somit abgefedert werden und der Netzausbau ohne die Vorverträge beginnen. Sie hofft darauf, dass die Bürger das DSL-Angebot annehmen, sobald das Netz steht und der Nachbar bereits das schnelle Internet nutzt.

Die Landesbürgschaft würde nur dann fällig werden, wenn diese Prognose nicht zutrifft. Doch für Hustig stellt die flächendeckende DSL-Versorgung im ländlichen Bereich eine Bundes- und Landesaufgabe dar. Aus diesem Grund hält sie auch die Bürgschaft für legetim. Bei der Vermittlung soll Mittelmarks Wirtschaftsförderer Martin Rätz helfen.

Luftschlösser und Metaphern

Der Meinung der Bürgermeristerin ist nicht nur das fehlende Interesse der Bürger für die Anfangsschwierigkeiten der DSL-Versorgung verantwortlich – auch eine Versicherung der Bürger könnte hier eine Rolle spielen. Die Nudower haben beispielsweise in den vergangenen Wochen Angebote anderer Firmen bekommen. Der Chef des Ortsentlichkungsausschusses, Rainer vom Lehn (CDU/Grüne), bezeichnete die von manchen Anbietern verbreitete Hoffnung auf Dörfer mit Glasfaserkabel und super-schnellem Internet als Luftschloss. „Das wird in absehbarer Zeit nicht passieren”, so seine Prognose.

Die Dörfer könnten vorerst nur mit Funk-DSL versorgt werden. „Die entscheidende Frage ist jetzt: Nehmen die Bürger das Angebot an oder nicht. Wenn sie es nicht annnehmen, ist eidese Chance vertan und dann wird so schnell nichts mehr passieren”, so Bürgermeisterin Hustig. Von Lehn beschreibt die Situation in Nuthetal auf seine eigene Weise: „Ich bin Fußgänger, habe einen Führerschein und beschließe, künftig Auto zu fahren. Ich suche mir einen Händler und der sagt: Lieferzeit drei Jahre. Jetzt habe ich zwei Optionen: Ich bleibe weiter Fußgänger oder hole mir ein Auto, das demnächst lieferbar ist.”