Verkehrsplanung mit dem Smartphone
Wer in Städten oft mit dem Auto unterwegs ist, kennt die Problematik des langsamen Verkehrsflusses und der wenigen Parkplätze nur zu gut. Die clevere Kombination und Vernetzung von Fortbewegungsmitteln soll Autofahrer nun dazu bewegen, das eigene Auto stehen zu lassen. Dazu werden derzeit Apps für Smartphones entwickelt, die lückenlose, individuelle Verkehrsinformationen über das Internet beziehen und in Echtzeit an den Nutzer weitergeben sollen.

Geplant ist, das gesamte Angebot an Verkehrsmitteln so zu verbinden, dass sich das Fahren mit dem eigenen PKW als verzichtbar erweist. Gerade in den Großstädten nimmt die Zahl der Autobesitzer immer mehr ab. Dabei ist der öffentliche Nahverkehr einer jeden Großstadt in der Regel sehr gut ausgebaut. Was fehlt, ist eine Vernetzung der einzelnen Systeme. Und genau hier kommt das Smartphone ins Spiel, über entsprechende Apps soll dem User so eine umfassende Planung ermöglicht werden. Dabei ist der unternehmensübergreifende Datenaustausch noch immer die größte Hürde für die Entwickler der intermodalen Reiseauskünfte. Zwar verfügen alle Verkehrsbetriebe über Echtzeitdaten, aber niemand mag sie herausgeben.
Ausbau von öffentlichen Individualverkehrsmitteln
Eine Vision ist die „Mobilität 2.0“, wie sie der Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel in Berlin (InnoZ) Andreas Knie, hat: Mittels öffentlicher Individualverkehrsmittel wie Leihroller, -fahrräder oder -autos sollen die Schwächen der Massentransportmittel aufgewogen werden. Sprich: Wenn der öffentliche Bus nicht kommt, kann man sich schnell ein Leihfahrrad schnappen. Bei den Individualverkehrsmitteln wird auf spontane Nutzung gesetzt. Mit dem Smartphone werden die zur Verfügung stehenden Optionen angezeigt und Tickets können gekauft werden.
Große Autokonzerne haben die neue Bewegung erkannt und sich mit Autovermietern zusammengetan. Beim Carsharing können Kunden Autos überall zu jeder Zeit mieten. BMW und Sixt haben die Marke „DriveNow“ gegründet und bieten nun in Wagen an, die nach Nutzung stationsunabhängig überall innerhalb des mittleren Rings abgestellt werden können. Über eine App oder das Internet können diese Wagen gesucht und gebucht werden. Und wem auf der Straße ein freies Fahrzeug ins Auge springt, der kann sofort einsteigen und losfahren. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Autokonzern Daimler zusammen mit Europcar in Hamburg unter dem Namen „car2go.“

