Vergleichen Sie Ihren DSL-Anbieter

G-8-Gipfel: Internet braucht keine eigenen Regeln

Beim G-8-Gipfel in Deauville werden auch die Chancen und Risiken des Internets besprochen. Wie die Tagesschau berichtete, trafen sich auf Einladung von Frankreichs Präsident Sarkozy vorerst die Lenker großer Internetfirmen, um der Politik Contra zu geben. Erst danach diskutierten Staats- und Regierungschefs über globale Internetregeln.

Zuckerberg hält Facebook für überbewertet

In den zwei Tagen des G-8-Gipfels war der 27-jährige Milliardär und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, nach dem französischen Präsidenten, der Einzige, der das Podium für sich allein hatte. Doch der junge Mann im T-Shirt wollte nichts von der zentralen Rolle von Facebook für die arabische Revolution wissen, die Nicolas Sarkozy zu Beginn ankündigte. Zuckerberg sagte: „Ich glaube, dass Facebook weder nötig noch ausreichend war, damit diese Dinge passieren. Was tatsächlich nötig war, war eine Bevölkerung mit dem starken Gefühl, dass etwas passieren musste“. Seiner Meinung nach wurde Facebook in Tunesien und Ägypten völlig überbewertet. Er war auch dabei, als einige Vertreter des Internetgipfels den G-8-Regierungschefs im Seebad Deauvill eine Botschaft zum Internet überreichten. Auch dies wiedersprach den von Sarkozy getätigten Ankündigen – diesmal bei der Forderung globaler Regeln für das Internet.

Die Firmenvertreter sind genau in diesem Punkt skeptisch. Stépahnie Richard von Franze Télécom erklärte beispielsweise: „Das Internet braucht keine speziellen Regeln. Aber die Regeln der Gesellschaft sollten auch fürs Internet gelten, also zum Beispiel das Recht auf geistiges Eigentum oder gleiche Wettbewerbsbedingungen“.

Regierung überfordert und uneinig

Da jede Gesellschaft ihre eigenen Regeln hat und das Internet ein weltweites Netz ist, wurde Richards Aussage als nicht konsensfähig abgetan. Die Mehrheit der Podien erklärte die Regierungen für überfordert. Joe Schoendorf, der ehemals HP und Apple managte und das Weltwirtschaftsforum in Davos organisiert, äußerte sich hierzu: „Ich habe kein Vertrauen in die Fähigkeit von Regierungen, in der ganzen Tiefe zu verstehen, dass wenn sie an einer Steller versuchen Gutes zu tun, an fünf anderen Stellen alles durcheinander bringen. Das muss uns sehr bewusst bleiben.“

Fast alle großen Chefs der Internetwirtschaft kamen zu dem Treffen. Die Uneinigkeit war hier auch auf die Interessen dieser zurückzuführen, die mit den Interessen der Netzbetreiber wie der France Télécom nicht übereinstimmten. Nur bei einer Sache sind sich alle einig: Dort wo schnelles Internet nicht wirtschaftlich ist, wie auf dem Land oder in Afrika, sollen die Staaten eingreifen und auch die Menschen im entlegensten Dorf für viel Geld durch Glasfasernetz ans Internet anschließen.