„Mobile Payment“ auf dem Vormarsch
Was in Ländern wie Japan oder auch Kenia bereits zum Alltag gehört, soll nun auch mit einiger Verzögerung auch Deutschland erreichen. Gemeint ist eine neuer mobiler Gelddienst, das Mobile Payment, das ohne Bargeld oder Kreditkarte auskommt und das Bezahlen mittels einer so genannten mobilen Geldbörse weiter vereinfachen soll.
Ericsson wagt den Einstand in Europa
In sieben europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, hat der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson das Mobile Payment Ericsson Money eingeführt. Dieses ermöglicht das bequeme Bezahlen mit dem Handy und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis weitere mobile Geldbörsen folgen werden.
Immerhin rechnen Experten damit, dass der Mobile Payment-Markt in der nächsten Zeit jährlich um 80 Prozent wachsen könnte. Das würde bedeuten, dass sein Volumen von weltweit 30 Milliarden Dollar 2010 auf über 300 Milliarden Dollar im Jahr 2014 anwachsen könnte.
Die derzeit mit Ericsson Money möglichen Geldsendungen erfolgen mittels verschlüsselter Übertragung, so dass faktisch kein Risiko besteht. Der Dienst soll schrittweise ständig erweitert werden, wobei Ericsson beabsichtigt, die zu erwartenden verschiedenen mobilen Bezahldienste auf einer Plattform zu vereinen.
Ist Deutschland bereit?
Diese Frage scheint insofern berechtigt, da Deutschland im Unterschied zu manch anderem Land ein vorbildlich ausgebautes Geld- und Bankensystem besitzt. Dieses ermöglicht meist recht einfache und bequeme Bezahlmöglichkeiten. So bleibt abzuwarten, wie die Deutschen diesen neuen Dienst annehmen.
Sicher scheint, dass dies im breiten Umfang wohl nur dann zu erwarten ist, wenn im Vergleich zu den bisher üblichen Möglichkeiten für den Kunden ein gewisser Nutzen erkennbar ist. Rabatte oder die Verbindung mit Werbeeffekten könnten dafür sorgen. Und wie der teilnehmende Kunde auf die mit dem Bezahlvorgang verbundene Informationsweitergabe zu seiner Person an die Schnittstelle zwischen ihm und den Empfänger reagieren wird, bleibt ebenfalls abzuwarten.
