Mobiles Surfen birgt Suchtpotential
Finnische und amerikanische Wissenschaftler haben das Surfverhalten mit mobilen Smartphones untersucht. Kaum ein Nutzer verlässt das Haus ohne das Smartphone und das ständige Überprüfen von Mails und Neuigkeiten im sozialen Netzwerk hat nach Angaben der Forscher durchaus Suchtpotential.
Checken der Mails mehrmals pro Stunde

Untersucht haben die Wissenschaftler eine Gruppe von 300 Personen. Dabei ließ sich beobachten, dass das Checken der privaten Nachrichten teilweise mehrmals pro Stunde erfolgte. Die Checks erfolgten über den ganzen Tag verteilt, bis zum Schlafengehen. Die Forscher haben ermittelt, dass einige User ein mobiles Gerät lediglich dafür nutzten. Eine Befragung der Versuchspersonen habe ergeben, dass das Überprüfen der Nachrichten in der Regel aus Langeweile heraus, etwa beim Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel, erfolge.
Entzugssymptome bei Entzug des Handys
Eine Abhängigkeit konnten die meisten Nutzer aber nicht für sich erkennen, gaben aber zu, dass der häufige Gebrauch durchaus „übermäßig“ sei. Insbesondere jugendliche Nutzer, denen das Smartphone entzogen wird, zeigen häufig Entzugssymptome wie Unruhe. Ohne ihr Smartphone sind sie häufig nicht in der Lage, sich vernünftig zu unterhalten. Bei vielen gehört auch der kurze Blick auf den Touchscreen während einer Unterhaltung dazu. Bereits seit einigen Jahren untersucht auch die australische Forscherin Jennie Caroll das Nutzungsverhalten Jugendlicher beim Kurznachrichtenschreiben. In einer Studie beschreibt sie regelrechte Krankheitsbilder, die Jugendliche beim häufigen SMS-Schreiben befallen können. Dazu zählt beispielsweise die „Textaphrenie“. Dabei haben Personen den festen Glauben, ihr Smartphone habe den Eingang einer Nachricht angezeigt, obwohl nichts eingegangen ist.
Die Forscher gehen davon aus, dass in Zukunft der Blick aufs Handy noch häufiger erfolgen wird. Die Geräte liefern den Benutzern viele Informationen und die Vielzahl von Apps ermöglichen hunderte von Einsatzmöglichkeiten.

