Vergleichen Sie Ihren DSL-Anbieter

Kontroverse um Anonymität im Netz

Kontroverse um Anonymität im Netz

In einem Interview mit dem Magazin „Der Spiegel“ äußerte sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich kritisch zu der Frage nach der Anonymität im Internet. Seiner Ansicht nach müsste die Rechtsordnung auch im Netz gewahrt werden und die Teilnehmer in Foren und Blogs sollten offen mit ihren Namen für ihre Meinungen einstehen.

Offene Argumentation gefordert

Kontroverse um Anonymität im Netz

Dr. Hans-Peter Friedrich MdB, Bundesminister des Innern © Henning Schacht


Gerade im Hinblick auf die Terroranschläge in Norwegen fordert der Bundesinnenminister eine „Argumentation im Netz mit offenem Visier“. Friedrich betont, dass das Netz die soziale Isolation von Einzeltätern zulasse und die Personen in ihre eigene Welt im Netz eintauchen würden ohne dass die Umwelt dies bemerke. Sie würden anonym in Blogs schreiben und sich der realen Welt entziehen.
Kritische Meldungen zu den Äußerungen Friedrichs ließen nicht lange auf sich warten. So bezeichnete der SPD-Politiker Dieter Wiefelspütz die Anregungen des Bundesinnenministers zwar als „durchaus sympathisch“ aber seiner Meinung nach entwickele sich das weltweite Netz „naturwüchsig und würde sicher keine Rücksicht auf die Meinung eines deutschen Ministers nehmen.“

„Illusorische Idee“

Auch andere Kritiker betonten, dass Maßnahmen gegen Blogger die Meinungsfreiheit des Einzelnen gefährde. Aus Regierungskreisen hieß es, dass man auch dort bezweifelt, dass sich die Anregung des Innenministers überhaupt umsetzen lasse. Der medienpolitische Sprecher der FDP-Fraktion wies den Vorschlag als „illusorisch“ zurück. Um sämtliche Blogs und Kommentare im Internet zu prüfen bräuchte man ein immenses Personalpensum ansonsten wäre eine Überwachung gar nicht möglich.