Streit um „Gefällt-mir-Button“ geht weiter
Schleswig-Holsteins Datenschützer Dr. Thilo Weichert macht Ernst. Nachdem er dem „Gefällt-mir-Button“ von Facebook den Kampf angesagt hat, wurden alle Webseitenbetreiber in Schleswig-Holstein aufgefordert, den umstrittenen Knopf von ihren Webseiten zu entfernen. Öffentliche Stellen, die das Social Plugin noch immer auf ihrer Internetpräsenz verwenden, erhalten nun Post von Weichert, in der sie nochmals zur Löschung aufgefordert werden.
Auch Staatskanzlei löscht nicht
In den Schreiben werden die Unternehmen, darunter nach einem Bericht der „Welt“ auch die schleswig-holsteinische Staatskanzlei, aufgefordert die Knöpfe zu deaktivieren. In den vergangenen Tagen hatte sich bereits die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holsteins gegen eine Entfernung der „Like-Buttons“ ausgesprochen. Die IHK befürchtete durch eine Entfernung der Knöpfe einen Wettbewerbsnachteil für die schleswig-holsteinischen Unternehmen.
Wichtiges Kommunikationsmittel
Nun geht auch die Staatskanzlei des nördlichen Bundeslandes auf Distanz zu Weichert. Der Sprecher der Landesregierung Peters bezeichnet nach Angaben des „NDR“ die Seite Schleswig-Holstein bei Facebook als „wichtiges Kommunikationsmittel“, das von den Bürgerinnen und Bürgern auf ein breites Interesse stoße. Der „NDR“ berichtet über Gespräche zwischen der Staatskanzlei und Weichert.
Weichert kritisiert, dass bei einem Klick auf den blauen Daumen Daten an den Facebook-Konzern übermittelt würden ohne dass der User sich damit einverstanden erklärt. Daher hatte er alle Webseitenbetreiber aufgefordert, den umstrittenen Knopf bis Ende September abzuschalten. Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, sollte mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.
