Telekom trennt sich von Drillisch
Am Montag kündigte die Deutsche Telekom in einer Pressemitteilung die sofortige Trennung vom Mobilfunkserviceprovider Drillisch AG an. Gleichzeitig erhob die Telekom schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen und erstattete Strafanzeige wegen Provisionsbetrugs.
Aktivierung fiktiver Anschlüsse

Betrug über Provisionen
Nach Angaben der Deutschen Telekom habe Drillisch 30.000 Mobilfunkanschlüsse aktiviert ohne dass dafür Kundenverhältnisse bestünden. So habe das Unternehmen gemeinsam mit seiner Tochterfirma „Simply “ die Deutsche Telekom um die dafür entstandenen Provisionen betrogen. Über „Simply“ werden Prepaid-Verträge vertrieben. Der Mobilfunkserviceprovider wies die Vorwürfe jedoch zurück. Nach Angaben der Deutschen Telekom handelt es sich um Provisionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro die Drillisch seit August diesen Jahres unrechtmäßig abgerechnet habe. Seitens der Telekom betonte man, dass sich dieser Betrag noch erhöhen könnte, das berichtet der „Stern.“
Kunden können wie gewohnt telefonieren
Kunden, die über den Mobilfunkserviceanbieter das Netz der Deutschen Telekom nutzen, können wie gewohnt weiter telefonieren. Die Telekom teilte mit, dass die Netzleistungen weiter erbracht würden.
Aktuell berichtet die „Süddeutsche“, dass die beiden Telekommunikationsunternehmen Vodafone und O2 ihre Zusammenarbeit mit Drillisch fortsetzen und auch nach den von der Telekom erhobenen Vorwürfen keinen Grund für eine Aufkündigung der Zusammenarbeit mit Drillisch sähen. Beide Unternehmen haben betont, dass man bisher keine Unregelmäßigkeit bei der Zusammenarbeit mit dem Serviceprovider bemerkt habe.
Einbruch des Aktienkurses
Die Drillisch AG hat insgesamt mehr als 2,4 Millionen Kunden und versorgt diese als Mobilfunkserviceprovider unter anderem mit den Marken „Simply“ oder Angeboten des Einzelhändlers Rewe, den Marken „Pennymobil“ und „ja!mobil“. Seit 1998 wird das Unternehmen an der Börse notiert. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe seitens der Deutschen Telekom brach der Kurs der Aktie zunächst im Vergleich zum Vortag um rund 40 Prozent ein, konnte sich dann aber auf einen um etwa 20 Prozent niedrigeren Wert stabilisieren.

