Drillisch erstattet Anzeige gegen Telekom-Vorstand
Der Streit um die Provisionszahlungen der Deutschen Telekom an den Mobilfunkdienstleister Drillisch AG geht in eine neue Runde. Nachdem die Deutsche Telekom dem Dienstleiser Provisionsbetrug vorgeworfen hatte und daher Anfang November Strafanzeige gestellt hatte, hat nun die Drillisch AG wegen des Anfangsverdachts auf Marktmanipulation Strafanzeige gegen den Telekom-Vorstand Manfred Balz gestellt. Das berichtet „Heise online“ unter Berufung auf die Deutsche Presseagentur dpa.
Drillisch wirft Telekom Marktmanipulation vor
Die Drillisch AG wirft dem Telekom-Vorstand vor, die Anschuldigungen gegen das Unternehmen Anfang November öffentlich gemacht zu haben. Daraufhin sank der Wert der Aktie um 60 Prozent. Darin sieht der Mobilfunkdienstleiser Drillisch einen „Verstoß gegen das Verbot der Marktmanipulation“.
Provisionszahlungen sind strittig
Stein des Anstoßes waren Verträge der Drillisch-Tochter Simply. Diese hatte mehrere tausend SIM-Karten an nur ein Unternehmen verkauft. Abgerechnet wurden gegenüber der Telekom die einzelnen Karten. Die Telekom behauptete, die Provisionsabrechnungen wären erfolgt, ohne dass eine Kundenbeziehung bestanden hätte. Strittig zwischen den beiden Telekommunikationsunternehmen ist nun die Frage, ob nur eine einmalige Provision anfällt oder eine Provision für jede SIM-Karte fällig ist. Die Deutsche Telekom fordert von dem Mobilfunkdienstleister Provisionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro zurück.
Nachdem die Telekom der Drillisch AG aufgrund der Vorfälle eine fristlose Kündigung ausgesprochen hatte, hatte die Drillisch AG die betroffenen Kunden zu einem anderen Provider übertragen. Den Kunden sollten dabei nach Angaben des Mobilfunkdienstleisters keine Nachteile entstehen und die Abrechnungen wie gewohnt weiterlaufen.
