Piratenpartei entert den zweiten Landtag
Nach dem Berliner Abgeordnetenhaus entert die Piratenpartei nun auch den saarländischen Landtag. Mit einem Ergebnis von 7,4 Prozent kam die noch junge Partei locker über die Fünf-Prozent-Hürde.
In knapp zwei Monaten Mitgliederzahlen verdoppelt

Foto: Olaf Haensel
Schon bei den Umfragen verdeutlichte sich, dass die Piraten auf jeden Fall in den neu gewählten Saarländer Landtag einziehen würden. Manche erhofften sich sogar ein besseres Ergebnis als die Partei in Berlin erreicht hatte. In Berlin kamen die Piraten auf 8,9 Prozent, aus der Hoffnung wurde am Ende nichts. Aufgrund des Ergebnisses werden nun vier Abgeordnete der Piraten im Saarländischen Landtag sitzen.
Anfang des Jahres dümpelte die Piratenpartei im Saarland noch bei einer Mitgliederzahl von 200, es gab kein Programm und in sieben Landkreisen gerade einmal einen Kreisverband. Seitdem hat die Partei deutlich aufgerüstet, die Mitgliederzahl im Saarland hat sich verdoppelt und diese sind in sechs Kreisverbänden organisiert. Auch ein Programm konnte vor den Neuwahlen im kleinen Saarland noch fertiggestellt werden.
FDP sieht Piraten als „Trittbrettfahrer“
Besonders die FDP, die nur noch auf einen prozentualen Anteil von 1,2 Prozent kam, sieht den Erfolg der Piraten klar auf Kosten der eigenen Partei. In der „Welt“ betonte Justizministerin Sabine-Leutheusser-Schnarrenberger, die Piraten seien nur „Trittbrettfahrer“, die FDP selbst sei das Original, dass sich für „Freiheit und gegen einen überbordenden Sicherheitsstaat“ einsetze.
Stärkste Partei im saarländischen Landtag blieb die CDU mit 35,2 Prozent, danach folgt als zweitstärkste Kraft die SPD mit 30,6 Prozent. Die Linken konnten 16,1 Prozent erreichen, während die Grünen mit knapp fünf Prozent gerade so den Einzug in den saarländischen Landtag schafften.
Nun haben die Piraten mit Schleswig-Holstein bereits den nächsten Landtag im Visier. Dort wird am 6. Mai gewählt und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet unter Berufung auf Piraten-Vorstandsmitglied Matthias Schrade, dass die Partei sich im nördlichsten Bundesland ein zweistelliges Ergebnis erhoffe.

