EU plant Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität
Die Europäische Kommission plant die Einrichtung eines Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität. Aus einer Pressemitteilung der zuständigen EU-Kommissarin Cecilia Malström geht hervor, dass das Zentrum seine Arbeit im nächsten Januar aufnehmen soll.
Schaltstelle in Den Haag
Nach Angaben der EU werden täglich eine Million Menschen weltweit Opfer von Cyberstraftaten. Der Schaden wird mit 388 Milliarden US-Dollar jährlich beziffert. Darum plant die EU in Den Haag die Einrichtung einer europäischen Schaltstelle für die Bekämpfung der Cyberstraftaten. Dabei soll in erster Linie gegen kriminelle Gruppen vorgegangen werden, die durch Betrug im Internet hohe Beträge erzielen. Als Beispiel wird hier der Betrug mit gestohlenen Kredit- und Bankkontodaten genannt. Mit der gezielten Bekämpfung des Online-Betrugs soll das Vertrauen der Verbraucher in den elektronischen Geschäftsverkehr gestärkt werden. Darüber hinaus wird das Zentrum Cyberangriffe auf Informationssystem oder Infrastrukturen sowie Attacken gegen einzelne Usergruppen bekämpfen. Dabei geht es vor allem um Straftaten, bei denen mit schweren Schädigungen der Opfer zu rechnen ist, beispielsweise die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Netz.
Cyberkriminalität nimmt zu
Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass EU-weit im Jahr 2011 73 Prozent aller Haushalte über einen Internetanschluss verfügten. Da auch immer mehr Verbraucher ihre Bankgeschäfte und ihre sozialen Kontakte über das Netz pflegen, hat auch die Cyberkriminalität immer mehr zugenommen.
Das Zentrum soll unter anderem die Aufgaben wahrnehmen, die angeschlossenen Mitgliedsstaaten vor Bedrohungen aus dem Netz zu warnen und organisierte Onlinedelikte zu verfolgen.
