Betreiber der Plattform kino.to festgenommen
Nachdem gestern in einer europaweiten Aktion die mutmaßlichen Betreiber der Streamingplattform kino.to festgenommen wurden, sind Nutzer jetzt besorgt, ob ihnen demnächst teure Abmahnungen in den Briefkasten flattern.
Illegale Verbreitung von Spielfilmen gestoppt
Bei gleichzeitigen Durchsuchungen in Deutschland, Spanien und Frankreich hat die Polizei 13 Personen festgenommen. In Deutschland wurden 20 Objekte durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte, geht es um die illegale Verbreitung von Spielfilmen und TV-Serien in mehr als einer Million Fälle.
Die Ermittlungen wurden aufgrund einer Anzeige der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) aufgenommen. Die Polizei hat die Domain vom Netz genommen und mehrere Streamhoster, auf denen verlinkte Kopien abgelegt waren, gesperrt. Wer versucht, die Seite zu erreichen bekommt den Hinweise, dass die Polizei die Webseite geschlossen habe und weiterhin wird darauf aufmerksam gemacht, dass Internetnutzer, die widerrechtlich Inhalte über das Internet verbreiten mit einer Strafverfolgung rechnen müssten.
Anwalt sieht das Nutzen nicht als Straftat
Viele User der Seite machen sich nun Sorgen, dass im Zuge der Ermittlungen ihre IP-Adresse ermittelt werden könnte. Der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke sieht das Thema jedoch relativ gelassen und betont, dass „die User von kino.to keine Straftat begangen hätten, da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig wäre. Das gelte für die Fälle, in denen keine Kopie auf dem Rechner abgelegt würde.“ Trotzdem schließt der Anwalt nicht aus, dass einigen Nutzern durchaus Abmahnungen zugestellt werden könnten, da die Filmindustrie bereits das Zwischenspeichern eines Films als illegale Kopie ansehen würde. Ob die IP-Adressen der Nutzer gespeichert wurden, ist nicht bekannt, viele Server speichern nach Angaben Solmeckes die IP-Adressen der Nutzer gar nicht. Auch der Provider müsste dann die entsprechenden Daten abgespeichert haben. Wenn überhaupt eine Gefahr drohe, so könnte diese nach Solmeckes Meinung höchstens Usern drohen, die die illegale Plattform in den letzten Tagen genutzt hätten.
