Auch Hamburgs Datenschützer hat Facebook im Visier
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar, hat einer Pressemitteilung zufolge das Setzen von Cookies bei Nutzung des sozialen Netzwerkes Facebook untersucht. Dabei kam der Verdacht auf, dass Facebook mehr Cookies setzt als eigentlich notwendig und dabei Trackingprofile der User erstellt.
Verfolgung auch ohne Anmeldung

Prof. Dr. Johannes Caspar, © HmbBfDI / Thomas Krenz
Der Pressemitteilung zufolge werden bei einem Aufruf der Facebook-Seiten im Browser Cookies gesetzt, die auch bleiben, wenn der User sich bereits bei Facebook abgemeldet hat. Der Nutzer kann demnach noch bis zu zwei Jahre danach eindeutig identifiziert werden, auch wenn er gar nicht mehr bei dem sozialen Netzwerk angemeldet ist. Dies kann beispielsweise passieren, wenn der User sich im Web auf Seiten aufhält, bei denen der „Gefällt-mir-Button“ installiert wurde.
Facebook weist Vorwürfe zurück
Nach Meinung des Hamburger Datenschützers erstellt das soziale Netzwerk dabei Trackingprofile der User, mit denen das Surfverhalten der Nutzer verfolgt werden könnte. Bei Facebook wies man die Vorwürfe zurück und betonte, die Cookies würden vor allem eingesetzt, um den Jugendschutz, die Personalisierung und die Sicherheit und den Komfort zu gewährleisten. Caspar geht davon aus, dass das Setzen der Cookies weit über die angegebenen Schutzmaßnahmen hinausgehe und Facebook damit gegen das Telemediengesetz verstoße. Ohne dass der User über das Setzen der Cookies und das ihm zustehende Widerspruchsrecht hingewiesen wird, ist das Speichern der Cookies nach Meinung der Datenschützer nicht zulässig.
Nach Angaben der Datenschützer habe die durchgeführte Untersuchung ergeben, dass die Maßnahmen für die Facebook die Cookies angeblich verwendet, auch mit deutlich „datenschutzfreundlicheren“ Cookies durchgeführt werden könnten.
Von Seiten des sozialen Netzwerks gab es bereits Bereitschaft, sich an der angestoßenen Diskussion zu beteiligen.

